Unsere Kirche
Zur Baugeschichte unserer Kirche (Aus: Othmar Abel: Luther-Kirche Neutraubling. Buttenheim, 1989.):
Das ZELT des 'wandernden Gottesvolkes' und die Gesetzmäßigkeit eines KRISTALLS liegen der architektonischen Gestaltung unserer Kirche zugrunde. Durch einen Zentralbau sind die Bänke im Halbrund angeordnet, wobei Altar bzw. Kanzel gleichermaßen im Mittelpunkt stehen - wie auch die Orgel.
Als die Zahl der evangelischen Neutraublinger [nach dem Zweiten Weltkrieg] stetig gewachsen war, wurde dort 1952 ein Pfarrvikariat und 1956 eine eigene Pfarrei errichtet ... Als der damalige Vikar Othmar Abel im November 1952 von einer Kollektenreise in Schweden den Grundstock für den Bau einer Kirche mitbringen konnte ..., weckte dies den Mut zur eigenen Anstrengung unter den am Ort wie auch weit draußen Wohnenden. Der Münchner Architekt und Professor an der Technischen Hochschule (TU) Dr.h.c. Adolf Abel (der Vater des Gemeindepfarrers) konnte - mit Einsparung der Honorarkosten - für die Planung gewonnen werden. ...
Beim Betreten der Kirche fällt der Blick auf die Kreuzigungsgruppe - als Mitte zwischen Altar und Kanzel. Auf dieses Zentrum hin sind die Bänke im Halbrund aufgestellt; und weil Altar und Kanzel dem Kreuz auf beiden Seiten zugeordnet sind, empfindet man den Liturg bzw. den Prediger also in der Mitte des Raumes stehend. So kann jeder erleben, daß 'Wort und Sakrament' die Mitte des Gottesdienstes sind. ... Die Kanzel - nur drei Stufen herausgehoben - stellt den Prediger / die Predigerin ganz in die versammelte Gemeinde und lässt das Predigen als ein Miteinander-Reden erleben - trotz der üblichen monologischen Form. ...
Zur Ausgestaltung des Kirchenraumes konnten zwei namhafte Münchner Künstler gewonnen werden: der mit Adolf Abel befreundete Prof. Blasius Spreng und dessen damaliger Mitarbeiter, der Bildhauer Reinhold Grübl. Von Anfang an hatte Grübls Kreuzigungsgruppe eine zentrale Bedeutung: ungewöhnlich die Weise, wie im Gekreuzigten schon der Auferstandene sichtbar wird ... Hand in Hand mit Grübl arbeitete Blasius Spreng. die vom Kreuz ausgehenden Mosaik-Steinchen machen den Beton-Boden des Chorraums wertvoll ...; desgleichen die gußeisernen, ornamentierten Platten, die die schlichten Betonstufen einfassen. Auch Kanzel und Taufstein sind nur aus einfachem Beton gegossen. Für sie schuf er Holztafeln - auf der einen den Rosenstrauch als Deutung des Luther-Wappens 'Des Christen Herz auf Rosen geht, wenn's mitten unterm Kreuze steht.' Die Taufstein Tafel erinnert an die Sintflut mit Regenbogen als Zeichen des Noah-Bundes und mit der Taube als Symbol des Heiligen Geistes und zugleich Zeichen des Friedens. Als Taufschale setzte Grübl ein Marmorstück in den betonierten Kubus, in den er ein dreidimensionales Deieck als Zeichen der Dreieinigkeit meißelte. ...
Zunächst hatte es nur zur Finanzierung eines ersten Bauabschnitts gereicht; so stand 1956 nur der Baukörper der Kirche - ohne jeden Anbau, auch ohne Turm. ... Schon 1961 konnte weitergebaut werden: ein unterteilbarer Gemeindesaal, der mit 120 Sitzplätzen als Erweiterung der Kirche (180 Plätze + 70 Emporenplätze) dient. Der fünfeckige Turm ist als Kampanile angegliedert ... An den Turm schloß zur Straße hin ein Mesnerhaus an ... Inzwischen ... ist auch die evangelische Ortsgemeinde und ihr Raumbedarfg gewachsen. So beschloß der Kirchenvorstand eine Erweiterung des Gemeindezentrums. Zur Planung fiel die Wahl auf den prominenten Münchener Architekten Prof. Dr. ing. Theodor Hugues. Seinem Einfühlungsvermögen in die Struktur der bestehenden Gebäude ist es zu verdanken, daß jetzt ein harmonischer Gesamtkomplex entstanden ist
Weitere Informationen in: Knipping, Detlef / Körner, Burkhard: Moderner Kirchenbau in der Oberpfalz: Die Lutherkirche in Neutraubling. In: Denkmalpflege Informationen. Ausgabe B. 127/2004. S.43-44. Bestellbar in der Universitätsbibliothek Regensburg.
Zur Namensgebung unserer Kirche :
Hier wird noch gebaut. Bitte schauen Sie in einigen Wochen wieder vorbei. |